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Störungen durch Brummschleifen (Groundloops):
Werden mehrere Geräte miteinander verbunden, ist oft ein Brummen
zu hören, das bei Einzelbetrieb nicht da war.
Durch mehrfache Masseverbindung entstehen Brummschleifen
(auch Masseschleifen oder Groundloops genannt).
Wie entsteht eine Brummschleife?
Werden zwei Geräte mit einem Audiokabel verbunden, sind sie über
die Signalleitung einmal, über die Masseleitung aber
zweimal miteinander verbunden:
einmal über die Masse des Signalkabels
(die über die Abschirmung geführt wird),
dazu noch über den Schutzleiter des Netzkabels. Sind die Geräte im gleichen 19Zoll-Rack eingebaut,
kommt noch eine dritte Verbindung
über die Alurackschienen hinzu.
Es gibt dann mehrere Ursachen, die das Brummen hervorrufen können:
- Geringste Pegeldifferenzen auf den Massepotenzialen, hervorgerufen
durch Restströme, Feldeinstreuungen, etc. im Gerät.
- Geringste Pegeldifferenzen auf den Massepotenzialen, hervorgerufen
durch Aufhebung der sternförmigen Erdung.
Die sternförmige Erdung
wird in elektronischen Geräten angewendet, um möglichst wenige
Störungen zu produzieren. Die Masseleitungen
aller Stufen des Gerätes laufen sternförmig auf einen Punkt
zu und dieser wird dann geerdet.
Durch Mehrfachmasseverbindung wird nun
doch eine "Sternzacke" mit einer anderen verbunden und
das ergibt Störspannungen.
Sind es Geräte, die auf Linepegel (ca. 1 Volt) arbeiten,
sind die störenden Auswirkungen meist nicht so groß,
d.h. bei Rack-Effektgeräten, Endstufen, Synthies, Ausgängen
von Mixern und Insertwegen ist erfreulicherweise oft
keine große Verschlechterung zu hören.
Kritisch werden die Störungen jedoch bei allen Geräten mit
hoch empfindlichen Eingängen für Mikrofone oder Pickups,
also bei Verstärkern. Gitarrenverstärker im Overdrive-Betrieb
verstärken geringste Nebengeräusche bis zu 40.000fach:
Das Brummen wird unüberhörbar.
Werden die Brummschleifen in Geräten vor dem
Verstärker erzeugt, kann das Brummen lauter werden
als das Instrumentalsignal.
Was hilft gegen Brummschleifen?
Es gibt keine allgemeingültige Abhilfe!
Störungen von Groundloops treten nicht immer auf.
Manchmal sind bei der Kombination von manchen Geräten
nur schwach, bei der Kombinationen von anderen umso stärker,
bei mehreren Geräten wird es noch schwieriger.
Ein Beispiel dafür:
Eine Gitarre, zwei (Pre)amps und ein Effektgerät/Endstufe.
Wer sich das aufzeichnet wird feststellen, dass in diesem
Fall die Amps dreimal massemäßig miteinander verbunden sind,
am Input, am Output und über das Netz!
Hier helfen eigentlich nur noch Looper, die die Massen
mitschalten, die gibt es aber nur noch selten, meist gebraucht.
Groundloops sind diffizil,
wenn die angeführten Tricks nicht helfen, am besten einen Fachmann
mit Rackerfahrung aufsuchen.
Es ist eine "trial and error" Wissenschaft, die nur wenige
richtig beherrschen.
1. Elektrische / transformatorische Symmetrierung:
In der professionellen Technik werden statt der zweiadrigen
Audioanschlüsse (z.B. Klinkenkabel) dreiadrige (wie XLR-Kabel) benutzt.
Dabei liegt das Audiosignal im Original und um 180 Grad
phasenverschoben vor, die 3.Leitung ist Masse.
Dies nennt man symmetrisch im Gegensatz zu
unsymmetrisch bei der 2poligen Klinkenverbindung.
Diese Symmetrierung kann elektronisch mit ICs
oder mit Übertragern erfolgen.
Somit ist es möglich, das Signal massefrei nur mit den zwei
phasenverschobenen Signalen zu übertragen; die Masse
dient nur der Abschirmung.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sich Störeinstreuungen, die auf
das Kabel einwirken, auslöschen.
Bei niedrigen Impedanzen (Widerständen) wie in Solid-State-Geräten, Mikrofonen,
LineIn, LineOut, etc. ist eine Nachrüstung im Gerät möglich,
es gibt im Handel auch fertige Adapter von Klinke auf XLR
und zurück mit eingebautem Übertrager in einem Metallgehäuse,
die man einfach zwischen Buchsen und Kabel einschleift.
Für die hohen Impedanzen bei Röhrenamps ist dies allerdings
kaum anwendbar.
2. Masse auftrennen mit Übertragern, DI-Boxen:
Hierbei wird die Masse mit einem Übertrager oder
einer DI-Box aufgetrennt, das Kabel bleibt aber zweipolig.
Auch hier kann eine Nachrüstung mit Übertragern im Gerät erfolgen
oder mit Adaptern gemacht werden.
Für die hohen Impedanzen bei Röhrenamps sind Übertrager
aber kaum zu verwenden.
Hier können aktive DI-Boxen,
die das Signal vorher hochohmig buffern, helfen.
Bei älteren Verstärkern kann dies allerdings zu Verzerrungen
führen, da die Pegel des Amps sehr hoch sind (>=10 Volt) und die
batteriebetriebene DI-Box nur kleine Pegel unverzerrt überträgt.
3. Masse auftrennen, sonstige Möglichkeiten:
a) Beim Einbau ins Rack auf beiden Seiten die Frontplatte von der Rackschiene
und die Befestigungsschraube von der Frontplatte durch geeignete Plastikteile
voneinander isolieren - Isoliersätze gibt es im Musikfachhandel.
b) Da oben genannte Pegeldifferenzen auf den Massepotenzialen,
die zu Groundloops führen, sehr klein sind, kann man sich
eines Tricks bei der Schutzerdung bedienen:
Sie wird nicht direkt angeschlossen, sondern über
eine Schaltung von 2 antiparallelen Dioden und
eventuellem Parallel-Widerstand und -Kondensator.
Da die Dioden erst ab ca 0,5 Volt leiten, sind sie
für die geringen Pegeldifferenzen der Massepotenziale
noch nicht leitend und führen damit zu keiner Brummschleife.
Die Sicherheit der Schutzerdung ist aber weiterhin gewährleistet,
da schon ab 0,5 Volt wieder volle Erdung besteht.
Das wird schon häufig in Industriegeräten angewandt,
eine Nachrüstung sollte aber nur vom Fachmann gemacht werden,
da spezielle Bauteile erforderlich sind.
c) Wird z.B. ein Effektgerät über Send-Return angeschlossen
und es entsteht ein Brummschleife, kann man folgendes
versuchen:
Bei einem der beiden Klinkenkabel durchtrennt man
die Abschirmung des Kabels in einem Stecker.
Eine der beiden Audio-Masseverbindungen ist noch intakt,
aber es ist eine gemeinsame Erdung weniger.
Ob bei Send oder Return muss ausprobiert werden.
4. Massewiderstand erhöhen:
Eine von manchen guten Amp-Produzenten schon serienmäßig benutzte
Variante ist das Einfügen von niederohmigen Widerständen
an bestimmten Massepunkten (Insertwege o.ä.).
Eine elegante Lösung, die allerdings genaue Sachkenntnis
erfordert und nachträglich nur von qualifizierten Technikern
ausgeführt werden sollte.
Selbst versuchen kann man folgendes:
Bei einem der Klinkenkabel durchtrennt man
die Abschirmung des Kabels in einem Stecker und
verbindet sie wieder über einen kleinen 0,4 Watt 10 Ohm-Widerstand.
5. Netz-Phase umdrehen:
Einfach den Netzstecker eines der Geräte
umgekehrt in die Steckdose stecken.
Das hilft manchmal, weil die Störspannungen sich
durch Phasenauslöschung verringern können.
6. Schutzerde mit NL/Phase verbinden mit Ground-Schalter:
Eine schmutzige, lebensgefährliche Lösung
wird mit dem Groundschalter mancher Hersteller
angeboten. Hier wird mit einem Schalter
die Möglichkeit geboten, den Null-Leiter oder
die Phase der Netzspannung über einen Kondensator an die Gerätemasse
zu legen. Sollte dieser Kondensator z.B. durch Überspannung
defekt werden besteht akute Lebensgefahr!
Auf keinen Fall benutzen (meist die Mittelstellung des Schalters),
am besten durch Fachmann ausbauen lassen.
7. Schutzerde auftrennen mit Groundlift-Schalter:
Noch schmutziger und lebensgefährlicher (Pfui Teufel)
ist der Groundliftschalter, der schon so manchen Musiker
zur Strecke gebracht hat.
Er trennt die Schutzerde komplett von der Gerätemasse ab.
Das führt dann dazu, dass der nicht mehr geerdete Gitarrist
über die Lippen am Mikrofon mit der geerdeten PA verbunden wird.
Wer also jung sterben will (only the good die young), sollte
diese Lösung wählen. Ansonsten sofort ausbauen lassen!!!
Eine Anmerkung zum Schutzleiter:
ACHTUNG:
Wenn beim Berühren eines Gerätes oder beim gleichzeigen
Berühren mehrerer Geräte mit Händen oder Lippen ein
KRIBBELN oder PRICKELN auftritt, SOFORT AUFHÖREN und
die Erdung der Geräte oder des Stromnetzes überprüfen!
Die Schutzleitung des 3poligen Schuko-Steckers
ist dazu da, den User vor lebensgefährlichen
Stromschlägen zu bewahren.
Die Masse und das Gehäuse des Gerätes sind mit dem Schutzleiter
des Netzkabel (gelb/grün) verbunden.
Tritt nun ein Defekt im Gerät auf, der eine gefährliche Spannung
mit dem Gehäuse/der Masse verbindet, wird diese Spannung
über den Schutzleiter abgeleitet und führt zu einem Kurzschluss,
der die Sicherung durchbrennt, die Spannung damit abschaltet
und so den User rettet.
Da das bei hohem Körperstrom einige Zeit dauert,
ist das nicht 100%ig sicher, verhindert jedoch, dass jemand lange
an der Spannung hängen bleibt.
Viel sicherer sind Fehler-Strom-Schutzschalter, die schon bei
kleinen Fehlströmen von 30 Milli-Ampere schnell
das Netz abschalten. Kosten ca. 60 Euro, erfordern
keine Montage und sollten in keinem Proberaum fehlen!!!
Aber es gibt doch elektrische Geräte, die gar keinen
Schuko- sondern einen zweipoligen Flachstecker (Eurostecker) haben,
sind die lebensgefährlich?
Diese Stecker dürfen nur an Geräten verwendet werden,
bei denen der User auf keine Weise mit der Gerätemasse
in Verbindung geraten kann:
Also Plastikgehäuse, keine von aussen zugänglichen
Masseanschlüsse wie Klinkenbuchsen, XLR-Buchsen, etc.
Das sind z.B. Kofferadios, GhettoBlaster, Rasierer, etc..,
also auf jedenfall kein Musikerequipment.

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